Die Wachstumsphase von Cannabis reicht vom Keimling mit den ersten echten Blättern bis zur Umstellung auf die Blüte. Indoor dauert sie bei photoperiodischen Pflanzen meist 3–6 Wochen: Du bestimmst die Dauer selbst, je nach verfügbarer Höhe und Anzahl Pflanzen. In dieser Zeit braucht es 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6), eine Intensität von 300–600 µmol/m²/s, 22–28 °C, 55–65 % Luftfeuchtigkeit und stickstoffreiche Nährstoffe.
In Kürze
- Dauer: indoor 3–6 Wochen bei photoperiodischen Pflanzen; Autoflowers wechseln nach 3–5 Wochen, oft schon nach 3–4, von selbst in die Blüte.
- Licht: Zyklus 18/6 mit 300–600 µmol/m²/s, die Intensität schrittweise erhöhen.
- Klima: tagsüber 22–28 °C, nachts nicht unter 18 °C, Luftfeuchtigkeit 55–65 %.
- Nährstoffe: mehr Stickstoff (N) als Phosphor und Kalium, in steigender Dosierung; vorgedüngte Erde reicht je nach Sorte für die ersten 2–4 Wochen.
- Stelle auf 12/12 um, wenn die Pflanze etwa die Hälfte der möglichen Endhöhe erreicht hat: In der Blüte streckt sie sich weiter.
Wie lange dauert die Wachstumsphase
Eine photoperiodische Pflanze bleibt in der Wachstumsphase, solange sie lange Tage erhält: Du entscheidest, wann sie blüht, indem du auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit umstellst. Autoflowering Sorten folgen dagegen einem genetischen Zeitplan und beginnen 3–5 Wochen nach der Keimung (oft nach 3–4) von selbst zu blühen, unabhängig vom Lichtzyklus. Die richtige Dauer hängt von der Fläche ab, die gefüllt werden soll, und von der Anzahl Pflanzen:
| Situation | Richtwert Dauer | Abhängig von |
|---|---|---|
| Autoflowers | 3–5 Wochen (oft 3–4) | Genetik; Licht ändert daran nichts |
| Bewurzelte Stecklinge, mehrere kleine Pflanzen | 1–2 Wochen | Stecklinge sind bereits blühreif |
| Pflanzen aus Samen, Standardanbau (4–9 pro m²) | 3–6 Wochen | Verfügbarer Platz und Wuchsgeschwindigkeit |
| 1–2 Pflanzen mit LST oder SCROG | 5–8 Wochen | Zeit, bis die ganze Fläche gefüllt ist |
Pflanzen aus Samen zeigen nach etwa 4–6 Wochen die ersten Vorblüten an den Nodien: ein Zeichen, dass sie reif genug für eine gute Blüte sind. Wer früher auf 12/12 umstellt, bekommt trotzdem Blüten, doch die Blüte startet langsamer. Mit bereits bewurzelten Stecklingen reichen dagegen 1–2 Wochen, weil sie das Alter der Mutterpflanze haben. Den ganzen Zeitplan vom Samen bis zur Ernte findest du im Ratgeber wie lange der Anbau dauert.
Licht: Zyklus 18/6 und Intensität
Standard sind 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit, gesteuert über eine Zeitschaltuhr: In den dunklen Stunden kühlt auch die Growbox ab. Ein Zyklus 20/4 ist möglich, braucht aber mehr Strom für einen geringen Mehrertrag an Wachstum. Mehr dazu im Ratgeber zur Photoperiode.
| Zeitpunkt | PPFD (µmol/m²/s) | DLI bei 18/6 (mol/m²/Tag) |
|---|---|---|
| Erste Woche nach dem Umpflanzen | 200–300 | 13–19 |
| Volle Wachstumsphase | 300–500 | 19–32 |
| Ende der Wachstumsphase | 500–600 | 32–39 |
Der PPFD wird auf Höhe der Triebspitzen mit einem Quantensensor gemessen; alternativ hältst du dich an die Abstände und Dimmerstufen des Lampenherstellers. Mit dimmbaren LED-Lampen kannst du die Intensität schrittweise erhöhen, ohne die Lampe alle paar Tage zu versetzen. Bleichen die oberen Blätter aus oder rollen sie sich nach oben, ist das Licht zu stark oder zu nah.
Klima: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luft
| Parameter | Wert in der Wachstumsphase | Hinweis |
|---|---|---|
| Temperatur bei Licht | 22–28 °C | Auf Höhe der Triebspitzen gemessen |
| Temperatur bei Dunkelheit | 18–22 °C | Nicht unter 18 °C fallen lassen |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 55–65 % | In den ersten Wochen bis 70 % |
| VPD | 0,8–1,2 kPa | Berechnet mit der Blatttemperatur |
| pH Erde | 6,0–7,0 | Ideal 6,2–6,8 |
| pH Kokos und Hydrokultur | 5,5–6,5 | Ideal 5,8–6,2 |
Im Winter senkt die Heizung in Schweizer Innenräumen die Luftfeuchtigkeit oft unter 40 %, und der Abluftventilator zieht diese trockene Luft in das Zelt. Bei zu tiefer Luftfeuchtigkeit verdunsten die Pflanzen zu viel, trinken mehr und wachsen langsamer: Ein kleiner Luftbefeuchter aus der Kollektion Luftbefeuchtung, gesteuert über einen Hygrostat, bringt die Werte zurück in den Zielbereich. Ein Umluftventilator, der die Blätter leicht bewegt, stärkt zudem die Stängel.
Wasser und Nährstoffe
In der Wachstumsphase baut die Pflanze Blätter und Stängel auf und braucht vor allem Stickstoff (N). Dünger für die Wachstumsphase enthalten deshalb mehr Stickstoff als Phosphor und Kalium. Einige praktische Regeln:
- Vorgedüngte Erde: reicht meist allein für die ersten 2–4 Wochen, bei «Light»-Erden weniger lang; beginne zu düngen, wenn die unteren Blätter leicht heller werden.
- Dosierung: Starte mit einem Viertel bis der Hälfte der Dosis aus dem Düngeschema und steigere je nach Reaktion der Pflanze.
- Kokos und Hydrokultur: Hier wird von Anfang an gedüngt, mit einem EC-Wert von 0,8–1,6 mS/cm je nach Alter der Pflanze und einem Produkt mit Calcium und Magnesium.
- Signale: Gleichmässig vergilbende untere Blätter deuten auf Stickstoffmangel; sehr dunkelgrüne Blätter mit krallenartig gebogenen Spitzen auf zu viel Stickstoff.
- Giessen: Giesse gründlich und warte, bis der Topf leicht geworden ist, statt jeden Tag ein wenig Wasser zu geben.
Umtopfen und Training
Keimlinge starten meist in Töpfchen von 0,25–1 Liter und werden umgepflanzt, wenn weisse Wurzeln den Wurzelballen durchziehen, in der Regel nach 2–3 Wochen. Indoor eignet sich für die meisten photoperiodischen Pflanzen ein Endtopf von 11–20 Litern; Autoflowers sät man direkt in den Endtopf. Topfe mindestens eine Woche vor der Umstellung auf 12/12 zum letzten Mal um, damit die Wurzeln Zeit haben, das neue Substrat zu durchwachsen. Verschiedene Grössen findest du bei den Töpfen.
Die Wachstumsphase ist auch die Zeit, die Pflanze zu formen. Das Topping erfolgt beim 4. oder 5. Nodium und braucht etwa eine Woche Erholung; LST beginnt bei 3–5 Nodien und läuft bis zum Ende der Streckung, also bis in die 2. bis 3. Blütewoche. Einige Tage vor 12/12 lohnt es sich, untere Triebe zu entfernen, die im Schatten bleiben würden.
Wann auf Blüte umstellen
In den ersten 2–3 Blütewochen streckt sich die Pflanze weiter, meist um 50–100 %, bei manchen Sorten auch mehr. Deshalb stellst du auf 12/12 um, wenn die Pflanze etwa die Hälfte der Endhöhe erreicht hat, welche die Growbox zulässt. So berechnest du sie:
- Gehe von der Innenhöhe der Growbox aus.
- Ziehe die Topfhöhe und den Platz für Lampe und Aufhängung ab.
- Ziehe den vom Hersteller angegebenen Mindestabstand zwischen Lampe und Triebspitzen ab.
- Das Ergebnis ist die maximale Pflanzenhöhe: Stelle auf 12/12 um, wenn etwa die Hälfte davon erreicht ist.
Beispiel: In einem 180 cm hohen Zelt mit 30 cm Topf, 20 cm für Lampe und Aufhängung und 35 cm Abstand zu den Spitzen bleiben rund 95 cm für die Pflanze. Umstellen solltest du also, wenn die Pflanze 45–50 cm über dem Topf misst. Beim SCROG gilt ein anderes Kriterium: Auf 12/12 wird umgestellt, wenn das Netz zu 70–80 % gefüllt ist.
Häufige Fragen
Wie lange sollte die Wachstumsphase dauern?
Indoor bei photoperiodischen Pflanzen meist 3–6 Wochen: kürzer bei vielen kleinen Pflanzen, länger bei ein oder zwei trainierten Pflanzen, welche die Growbox füllen sollen. Autoflowers wechseln nach 3–5 Wochen, oft schon nach 3–4, von selbst in die Blüte.
Wie viele Stunden Licht in der Wachstumsphase?
Standard sind 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6), gesteuert über eine Zeitschaltuhr. Ein Zyklus 20/4 ist möglich, braucht aber mehr Strom ohne grosse Vorteile.
Wann stellt man auf Blüte um?
Wenn die Pflanze etwa die Hälfte der Endhöhe erreicht hat, welche die Growbox zulässt, denn in der Blüte streckt sie sich noch um 50–100 %. Beim SCROG wird umgestellt, wenn das Netz zu 70–80 % gefüllt ist.
Welchen Dünger in der Wachstumsphase?
Einen Wachstumsdünger mit mehr Stickstoff als Phosphor und Kalium, in steigender Dosierung ab einem Viertel bis der Hälfte der angegebenen Menge. In vorgedüngter Erde braucht es in den ersten 2–4 Wochen oft gar nichts.
Wachstumsdünger verschiedener Marken findest du in der Kollektion Dünger von Gro.w.LaB.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026.