Wer Cannabis ernten will, hält sich am besten an eine feste Reihenfolge: zuerst Trocknungsraum (18–21 °C, 55–62 % Luftfeuchtigkeit, dunkel) und sauberes Werkzeug vorbereiten, grosse Blätter entfernen, die ganze Pflanze oder einzelne Äste schneiden, die Ernte wägen und sofort aufhängen. Für eine Indoor-Pflanze rechnest du je nach Grösse und Trimm-Methode meist mit einigen Stunden Arbeit.
In Kürze
- Vor dem Schnitt müssen Trocknungsraum, Netze oder Schnüre, Scheren, Handschuhe und Waage bereit sein.
- Ganze Pflanze, Äste von 30–50 cm oder gestaffelte Ernte: hängt von Platz und Reife ab.
- Morgens oder abends macht wenig aus; wichtig sind trockene Pflanzen und ein nicht frisch gegossenes Substrat.
- Grosse Blätter entfernst du vor dem Aufhängen, solange sie noch prall sind.
- Frischgewicht wägen und notieren: nach der Trocknung bleibt etwa ein Viertel.
Was du vor dem Schnitt vorbereitest
Den richtigen Zeitpunkt bestimmst du anhand der Trichome, wie der Ratgeber wann Cannabis ernten erklärt. Ist er gefunden, organisierst du alles am Vortag: Geschnittene Blüten sollen nicht auf dem Tisch warten, während du eine Schnur suchst oder Platz schaffst.
| Werkzeug | Wofür | Tipp |
|---|---|---|
| Gartenschere | Stamm und dicke Äste schneiden | Scharfe Klinge, sauberer Schnitt ohne Quetschen |
| Spitze Trimmschere | Blüten nachschneiden | Zwei Stück, damit eine gereinigt wird, während du die andere nutzt |
| Nitrilhandschuhe | Hygiene und Schutz vor Harz | Wechseln, sobald sie klebrig werden |
| Manueller oder elektrischer Trimmer | Grössere Mengen trimmen | Lohnt sich ab einigen hundert Gramm |
| Trocknungsnetze, Bügel oder Schnüre | Äste aufhängen und Blüten auslegen | Abstand zwischen den Ästen lassen |
| Thermo-Hygrometer | Raum überwachen | Auf Höhe der Blüten platzieren |
| Waage und Notizheft | Frischgewicht und Notizen | Jede Pflanze oder Sorte beschriften |
Den Trocknungsraum richtest du 1–2 Tage vorher ein und misst nach: dunkel, 18–21 °C, relative Luftfeuchtigkeit 55–62 %, Luftbewegung, ohne dass die Blüten direkt angeblasen werden. Oft dient dafür dieselbe Growbox mit dem Abluftventilator auf kleiner Stufe. Detaillierte Zeiten und Werte stehen im Ratgeber zur Trocknung von Cannabis; Netze und Zubehör findest du in der Kollektion Trocknung.
Ganze Pflanze, Äste oder gestaffelte Ernte
Eine allgemein beste Methode gibt es nicht: Entscheide nach Platz und danach, wie gleichmässig die Pflanze reift.
- Ganze Pflanze: an der Basis abschneiden und kopfüber aufhängen. Sie trocknet langsamer, was in trockener Umgebung hilft, braucht aber Höhe und viel Platz.
- Äste von 30–50 cm: die praktischste Lösung in Innenräumen. Jeden Ast mit einem kleinen Haken schneiden, damit er sich leicht an Schnur oder Bügel hängen lässt.
- Einzelne Blüten auf dem Netz: trocknen schneller; geeignet beim Nasstrimmen und eher feuchtem Raum.
- Gestaffelte Ernte: Zuerst die oberen Blüten ernten, die mehr Licht bekommen und oft früher reif sind, die unteren Teile noch 5–10 Tage stehen lassen. Funktioniert nur, wenn die Trichome unten tatsächlich zurückliegen.
Morgens oder abends: was wirklich zählt
Viele Grower ernten am Ende der Dunkelphase, bevor das Licht angeht, manche lassen die Pflanzen 24–48 Stunden im Dunkeln. Solide Belege, dass dies die Ernte messbar verbessert, gibt es nicht. Wichtiger sind praktische Punkte:
- trockene Pflanzen, in den Tagen davor kein Besprühen;
- kein frisch gegossenes Substrat, damit die Blätter nicht voll Wasser sind und das Frischgewicht aussagekräftiger ist;
- genug Zeit, um die Arbeit in einem Durchgang abzuschliessen.
Outdoor wählst du einen trockenen Tag und schneidest am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Im Herbst erhöhen lange Regenperioden im Tessin und nördlich der Alpen das Schimmelrisiko: lieber einige Tage früher ernten als nasse Blüten.
Die Reihenfolge am Erntetag
- Oberflächen, Wannen und Werkzeug reinigen; Hände waschen und Handschuhe anziehen. Haare zusammenbinden und Haustiere fernhalten.
- Grosse Fächerblätter direkt an der Pflanze entfernen: Solange sie prall sind, lösen sie sich leicht von Hand.
- Blüten einzeln prüfen: Solche mit grauem oder braunem Schimmel im Inneren sofort entfernen und vom Rest fernhalten.
- Pflanze oder Äste mit der Gartenschere schneiden und jeweils einen Ast nach dem anderen bearbeiten.
- Jede Pflanze oder Sorte wägen und das Frischgewicht notieren.
- Beim Nasstrimmen jetzt die kleinen Blätter abschneiden, beim Trockentrimmen sofort aufhängen. Die Wahl erklärt der Ratgeber zum Trimmen der Blüten.
- Äste und Pflanzen kopfüber aufhängen oder Blüten auf Netzen auslegen, ohne dass sie sich berühren.
- Nach einer Stunde Temperatur und Feuchtigkeit kontrollieren: Frisches Material gibt viel Wasser ab, die Luftfeuchtigkeit steigt.
Am Erntetag ist der Geruch am stärksten: Lass den Abluftventilator mit einem Aktivkohlefilter laufen, aus Rücksicht auf die Nachbarn.
Hygiene: Handschuhe, saubere Scheren, Oberflächen
Frisch geschnittene Blüten enthalten viel Wasser: Bakterien und Schimmelsporen finden ideale Bedingungen. Wenige Regeln senken das Risiko.
- Saubere Nitrilhandschuhe, die du wechselst, wenn sie voller Harz oder erdig sind.
- Scheren vor Beginn und während der Arbeit reinigen: Harz löst sich mit einem Tuch und Isopropylalkohol, der brennbar ist und nur fern von Flammen und heissen Flächen verwendet wird.
- Glatte, abwaschbare Oberflächen, kein rohes Holz und keine staubigen Textilien.
- Blätter und Reste aus dem Trocknungsraum bringen, in den Kompost oder ins Grüngut.
- Nach der Ernte Growbox, Töpfe und Schläuche vor dem nächsten Durchgang reinigen.
Für grössere Mengen findest du in der Kollektion Trimmer manuelle und elektrische Modelle.
Wägen und ein Grow-Tagebuch führen
Erntedaten festzuhalten ist der einfachste Weg, den nächsten Durchgang zu verbessern. Notiere für jede Pflanze Datum, Sorte, Blütewochen, Frischgewicht und nach der Trocknung das Trockengewicht. Beim Trocknen verlieren Blüten in der Regel 70–80 % ihres Frischgewichts: Von 400 g frisch bleiben etwa 80–120 g. Ergänze zwei Zeilen dazu, was gut lief und was du ändern würdest: Licht, Klima, Düngung, Zeitplan.
Häufige Fragen
Besser morgens oder abends ernten?
Es macht wenig aus. Indoor erntest du bequem am Ende der Dunkelphase oder beim Einschalten des Lichts, outdoor am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Wichtiger sind trockene Pflanzen und ein bereiter Trocknungsraum.
Entfernt man die Blätter vor dem Aufhängen?
Die grossen Fächerblätter ja, denn sie halten Feuchtigkeit zurück und verlangsamen die Trocknung. Die kleinen Blätter an den Blüten entfernst du sofort beim Nasstrimmen oder nach dem Trocknen beim Trockentrimmen.
Muss man vor der Ernte mit dem Giessen aufhören?
Es lohnt sich, in den letzten 24–48 Stunden nicht mehr zu giessen, damit das Substrat weniger nass ist und die Blüten weniger Wasser enthalten. Länger trocken stehen lassen ist unnötig. Zum Spülen der Wurzeln lies den Ratgeber zum Flush vor der Ernte.
Kann man gestaffelt ernten?
Ja: Zuerst die oberen Blüten schneiden und die unteren Teile noch 5–10 Tage stehen lassen. Das ist nur sinnvoll, wenn die Trichome der unteren Blüten tatsächlich weniger reif sind.
Scheren, Handschuhe und Erntezubehör findest du in der Kollektion Ernte und Verarbeitung von Gro.w.LaB.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026.