Wer Cannabis indoor anbauen will, braucht eine Growbox, eine Vollspektrum-LED mit rund 300–400 W realer Leistung pro m², einen Abluftventilator mit Aktivkohlefilter, Töpfe mit 11–20 Litern, Substrat, Dünger und ein pH-Messgerät. Ein Anbau ab Samen mit photoperiodischen Pflanzen dauert meist 14–20 Wochen: 3–6 Wochen Wachstumsphase mit 18 Stunden Licht pro Tag und 8–10 Wochen Blüte mit 12 Stunden.
In Kürze
- Platz: 60x60 cm für 2–3 Pflanzen, 120x120 cm für 6–12 mittelgrosse Pflanzen; Höhe 140–200 cm.
- Licht: 18/6 in der Wachstumsphase, 12/12 in der Blüte, während der Nacht völlige Dunkelheit.
- Klima: 20–28 °C bei Licht, Luftfeuchtigkeit von 65–75 % bei Sämlingen bis 40–50 % am Ende der Blüte.
- Wasser: pH 6,0–7,0 in Erde, 5,5–6,5 in Kokos und Hydrokultur; Dünger schrittweise steigern.
- Dauer: 14–20 Wochen vom Samen bis zur Ernte, dazu 3–6 Wochen für Trocknung und Curing.
Platz und Growbox
Die Growbox ist ein geschlossenes, innen reflektierendes Zelt, das das Licht bündelt und Luft und Gerüche kontrollierbar macht. Wähle die Grösse nach Pflanzenzahl und verfügbarer Höhe: Lampe mit Aufhängung, Topf und Abstand zwischen Lampe und Spitzen brauchen zusammen 70–100 cm. In einem 140 cm hohen Zelt können die Pflanzen also 40–70 cm erreichen, in einem 200 cm hohen 100–130 cm.
| Zelt (cm) | Fläche | Mittelgrosse Pflanzen | Reale LED-Leistung in der Blüte |
|---|---|---|---|
| 60x60 | 0,36 m² | 2–3 | 100–150 W |
| 80x80 | 0,64 m² | 3–5 | 180–250 W |
| 100x100 | 1 m² | 4–9 | 300–400 W |
| 120x120 | 1,44 m² | 6–12 | 400–600 W |
Modelle und Materialien vergleichst du im Ratgeber Growbox richtig wählen; die Zelte findest du in der Kollektion Growboxen. Was du kaufen musst und was die Ausrüstung je nach Grösse kostet, erklärt der Ratgeber zum Growbox Komplettset.
Licht: LED und Lichtzyklus
Vollspektrum-LEDs sind der Standard beim Anbau für den Eigenbedarf: Bei gleicher Lichtmenge verbrauchen sie weniger Strom als HPS-Lampen und heizen das Zelt weniger auf. Achte auf die reale Leistungsaufnahme an der Steckdose, nicht auf die «äquivalenten» Watt auf der Verpackung, und auf die Effizienz in µmol/J: Ab 2,5 µmol/J reichen in der Blüte rund 300–400 W real pro m².
- Wachstumsphase: 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6).
- Blüte: 12 Stunden Licht und 12 Stunden völlige Dunkelheit (12/12): Dieser Wechsel löst bei photoperiodischen Sorten die Blüte aus.
- Autoflowering: 18/6 oder 20/4 während des ganzen Zyklus, weil diese Sorten nach 3–5 Wochen von selbst blühen.
- Abstand: Halte dich an das Datenblatt des Herstellers; bei vielen LEDs sind es in der Blüte 30–45 cm bis zu den Spitzen, bei Sämlingen mehr.
Schliesse die Lampe an eine Zeitschaltuhr an und prüfe, dass bei ausgeschalteter Lampe kein Licht ins Zelt dringt: Schon kurze Unterbrechungen der Dunkelphase können die Pflanzen in der Blüte stressen.
Luft, Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Ein Abluft-Set mit Abluftventilator, Aktivkohlefilter und Schlauch führt Wärme, Feuchtigkeit und Gerüche ab; frische Luft strömt durch die unteren Öffnungen nach. Für die nötige Luftleistung multiplizierst du das Zeltvolumen in m³ mit 60 (ein Luftwechsel pro Minute) und rechnest 30–50 % Reserve für Filter und Schläuche dazu: Für ein Zelt mit 120x120x200 cm sind das rund 225–260 m³/h, also ein 125-mm-Abluftventilator mit 300–400 m³/h Nennleistung. Ein kleiner Umluftventilator bewegt die Blätter, verhindert feuchte Luftpolster und stärkt die Stängel.
| Phase | Dauer | Licht | Temperatur bei Licht | Relative Luftfeuchtigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Keimung | 1–7 Tage | dunkel bis zur Keimwurzel | 22–25 °C | hoch, 70–90 % |
| Sämling | 2–3 Wochen | 18/6, reduzierte Intensität | 22–25 °C | 65–75 % |
| Wachstumsphase | 3–6 Wochen | 18/6 | 22–28 °C | 55–65 % |
| Blüte | 8–10 Wochen | 12/12 | 20–26 °C | 45–55 % |
| Ende der Blüte | letzte 2–3 Wochen | 12/12 | 20–24 °C | 40–50 % |
Bei ausgeschalteter Lampe ist eine um 4–8 °C tiefere Temperatur in Ordnung; unter 16 °C verlangsamt sich das Wachstum. Im Tessin ist im Sommer die Hitze das Problem: Lass die Lampe nachts laufen, wenn die angesaugte Luft kühler ist. Im Keller braucht es im Winter dagegen eine Heizung.
Substrat und Töpfe
Für den ersten Anbau ist Erde am fehlertolerantesten, weil sie Wasser und Nährstoffe speichert und kleine Fehler verzeiht. Erde, Kokos und Steinwolle findest du bei den Substraten.
- Erde: pH des Giesswassers 6,0–7,0; eine vorgedüngte Erde versorgt die Pflanze in den ersten 2–4 Wochen.
- Kokos: pH 5,5–6,5; Dünger bei jedem Giessen, meist mit einem Calcium-Magnesium-Zusatz.
- Hydrokultur: pH 5,5–6,5; Wurzeln in Wasser oder in einem inerten Substrat, Nährlösung täglich kontrollieren.
Verwende gut drainierte Töpfe aus Kunststoff oder Stoff: 7–11 Liter für Autoflowering-Sorten und kleine Pflanzen, 11–20 Liter für photoperiodische Pflanzen mit 3–6 Wochen Wachstumsphase, mehr für grosse, trainierte Pflanzen. Giesse, wenn der Topf leicht ist und die obersten 2–3 cm Substrat trocken sind, bis unten 10–20 % des Wassers abfliessen.
Wasser und Dünger
Miss und korrigiere den pH-Wert erst, nachdem du den Dünger aufgelöst hast, weil Dünger den pH verändert. In der Wachstumsphase braucht die Pflanze vor allem Stickstoff, in der Blüte mehr Phosphor und Kalium: Nimm eine Düngerlinie mit getrennten Produkten für Wachstum und Blüte und beginne mit der halben Herstellerdosis. Mit einem EC-Messgerät vermeidest du Überdüngung: als Richtwert 0,4–0,8 mS/cm für Sämlinge, 0,8–1,6 mS/cm in der Wachstumsphase und 1,2–2,0 mS/cm in der Blüte, Wasser inbegriffen. Verbrannte Blattspitzen zeigen eine zu hohe Dosis; untere Blätter, die in der Wachstumsphase gelb werden, deuten oft auf Stickstoffmangel hin.
Die Phasen Schritt für Schritt
- Aufbau: Zelt, Lampe, Abluftventilator und Filter montieren, alles 24 Stunden laufen lassen und Temperatur und Luftfeuchtigkeit prüfen, bevor die Pflanzen einziehen.
- Keimung (1–7 Tage): Samen von Hanfsorten mit niedrigem THC-Gehalt bei 22–25 °C in feuchtem Küchenpapier oder direkt im Substrat in 0,5–1 cm Tiefe; Details im Ratgeber zum Keimen der Samen.
- Sämling (2–3 Wochen): gedimmtes oder weiter entferntes Licht, wenig Wasser rund um den Stängel, kein Dünger bei vorgedüngter Erde.
- Wachstumsphase (3–6 Wochen): Zyklus 18/6, Blätter und Triebe wachsen; jetzt kommen das Umtopfen in den Endtopf und Techniken wie Topping und LST.
- Blüte (8–10 Wochen): Stelle auf 12/12 um, wenn die Pflanze etwa die Hälfte der Endhöhe erreicht hat, denn in den ersten 2–3 Wochen streckt sie sich um 50–100 %.
- Ernte und danach: Geerntet wird, wenn die meisten Trichome milchig sind; danach folgen 7–14 Tage Trocknung bei 18–21 °C und 55–62 % Luftfeuchtigkeit und mindestens 2–4 Wochen Curing im Glas.
Die häufigsten Fehler, vom pH bis zum Giessen, findest du im Ratgeber zu den Fehlern beim Anbau.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein kompletter Indoor-Anbau?
Mit photoperiodischen Pflanzen ab Samen brauchst du meist 14–20 Wochen bis zur Ernte, dazu 3–6 Wochen für Trocknung und Curing. Autoflowering-Sorten sind 8–12 Wochen nach der Aussaat erntereif.
Wie viel Platz braucht man mindestens?
Ein Zelt mit 60x60 cm und mindestens 140 cm Höhe reicht für 2–3 mittelgrosse Pflanzen oder eine einzige grosse, trainierte Pflanze (SCROG). Für photoperiodische Sorten, die sich in der Blüte um 50–100 % strecken, ist ein Start mit 80x80 oder 100x100 cm und 180–200 cm Höhe bequemer.
Kann man im Tessin das ganze Jahr indoor anbauen?
Ja: Indoor bestimmt die Zeitschaltuhr den Kalender. Im Sommer ist die Hitze das Problem, lass die Lampe deshalb nachts laufen; im Winter braucht es im Keller eine Heizung, damit es bei ausgeschaltetem Licht nicht unter 16 °C fällt.
Aufeinander abgestimmte Zelte, Lampen und Abluftventilatoren gibt es als Growbox-Komplettsets.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026.