Kokos oder Erde? Erde ist die einfachere Wahl für den Einstieg oder bei wenig Zeit: Sie speichert Nährstoffe, puffert Fehler ab und wird alle 2–4 Tage gegossen. Kokos ist ein fast inertes, sehr luftiges Substrat, in dem Pflanzen schneller wachsen, das aber häufige Bewässerung verlangt, oft täglich, mit Dünger und pH 5,8–6,2 bei jeder Gabe.
In Kürze
- Erde: pH 6,0–7,0, Dünger enthalten oder jede zweite Giessgabe, fehlertoleranter.
- Kokos: pH 5,8–6,2, Nährlösung bei jeder Bewässerung, Cal-Mag fast immer sinnvoll.
- In Kokos giesst du mit 10–20 % Drainage und lässt es nie ganz austrocknen.
- Mischungen (Kokos mit Perlit, Erde mit Kokos) liegen dazwischen.
- Wenig Zeit oder erster Anbau: Erde. Tägliche Präsenz oder automatische Bewässerung: Kokos.
Kokos und Erde im Vergleich
| Aspekt | Erde | Kokosfaser |
|---|---|---|
| Beschaffenheit | Torf und organische Substanz, oft vorgedüngt | Fast inerte, nährstoffarme Pflanzenfaser |
| Arbeits-pH | 6,0–7,0 | 5,8–6,2 (toleriert 5,5–6,5) |
| Dünger | Nach Schema, nicht bei jedem Giessen | Bei jeder Bewässerung, volle oder reduzierte Dosis |
| Giesshäufigkeit | Alle 2–4 Tage, wenn der Topf leicht ist | Täglich, in der Blüte auch mehrmals täglich |
| Luft an den Wurzeln | Gut mit Perlit | Sehr gut |
| Fehlertoleranz | Gross, Pufferwirkung | Gering, Fehler zeigen sich innert weniger Tage |
| Wachstumstempo | Gut | Meist schneller |
| Trauermücken | Häufiger | Seltener |
Eigenschaften von Kokos: Luft, Drainage, inertes Substrat
Kokosfaser wird aus dem Mesokarp der Kokosnuss gewonnen. Sie speichert viel Wasser, bleibt dank ihrer faserigen Struktur aber auch nass voller Luft: Die Wurzeln finden Sauerstoff und entwickeln sich rasch. Sie enthält kaum Nährstoffe, die Pflanze hängt also wie in der Hydrokultur davon ab, was du ihr gibst.
Gute Kokosfaser ist gewaschen, um überschüssiges Natrium und Kalium zu entfernen, und mit Calcium und Magnesium gepuffert. Unbehandelte Kokosfaser gibt Salze ab und bindet Calcium und Magnesium, was schon in den ersten Wochen zu Mängeln führt. Es gibt sie in fertigen Säcken, als gepresste Ziegel zum Aufquellen oder als Matten für Tropfsysteme; siehe Kollektion pflanzliche Substrate.
So führst du Kokos
- Die Ziegel mit lauwarmem Wasser aufquellen lassen und EC und pH des Drainagewassers messen: Ist der EC hoch, nochmals spülen.
- Die Lösung mit Kokosdünger ansetzen: Wasser, bei Bedarf Cal-Mag, Dünger, pH auf 5,8–6,2.
- Giessen, bis 10–20 % Drainage ablaufen, die überschüssige Salze mitnimmt.
- Wiederholen, wenn der Topf etwa die Hälfte des Wassers verloren hat: Kokos nie ganz austrocknen lassen.
- Gelegentlich EC und pH des Drainagewassers messen. Liegt der EC deutlich über dem der Eingangslösung, mehr Drainage geben oder die Dosis senken.
| Phase | pH der Lösung | EC-Richtwert (mS/cm) | Giesshäufigkeit |
|---|---|---|---|
| Sämlinge und Stecklinge | 5,8–6,0 | 0,4–0,8 | Kleine Mengen, 1 Mal täglich |
| Wachstumsphase | 5,8–6,2 | 0,8–1,6 | 1–2 Mal täglich, nie austrocknen lassen |
| Blüte | 5,8–6,2 | 1,2–2,0 | Mindestens 1 Mal täglich, 2–3 Mal in kleinen Töpfen |
Die EC-Bereiche sind dieselben wie bei anderen Substraten; in Kokos arbeitet man meist in ihrem oberen Teil, ohne sie zu überschreiten. Cal-Mag braucht es fast immer bei weichem Wasser oder Osmosewasser und oft auch bei mittelhartem Leitungswasser. Bei sehr hartem Wasser, wie es nördlich der Alpen häufig ist, kann eine reduzierte Dosis genügen. Die Anzeichen von Calcium- und Magnesiummangel beschreibt der Ratgeber zu Nährstoffmängeln bei Cannabis. Dünger und Substrate für Kokos findest du in den Kollektionen Canna Substrate und Canna Dünger.
Erde: toleranter und weniger aufwendig
Eine gute Erde enthält bereits Nährstoffe für die ersten Wochen, hält Wasser länger und puffert pH-Schwankungen ab. Gegossen wird, wenn der Topf leicht geworden ist, meist alle 2–4 Tage, gedüngt nach dem Schema des Herstellers, oft im Wechsel mit reinem Wasser. Ein Dosierfehler zeigt sich später und lässt sich in Ruhe korrigieren. Wie du die Erde wählst, erklärt der Ratgeber zu Cannabis Erde; fertige Linien findest du auch in der Kollektion Plagron.
Mischungen: Kokos und Perlit, Erde und Kokos
- Kokos 70 % und Perlit 30 %: mehr Luft und Drainage, geeignet für häufiges Giessen und Tropfsysteme. Wird wie reines Kokos geführt.
- Kokos 50 % und Perlit 50 %: sehr durchlässig, verlangt noch häufigere Bewässerung; geeignet für automatische Anlagen.
- Erde mit 20–30 % Kokos: lockert eine schwere Erde und bleibt fehlertolerant. Wird wie Erde geführt, mit pH 6,0–6,8.
Macht Kokos mehr als die Hälfte aus, behandle die Mischung wie Kokos: tieferer pH und häufigere Düngung.
Wiederverwendung und Entsorgung
Kokos zersetzt sich langsam und lässt sich für einen zweiten Durchgang wiederverwenden, wenn die Pflanze gesund war: gröbere Wurzeln entfernen, mit pH-korrigiertem Wasser spülen, den EC des Drainagewassers messen und Cal-Mag zugeben. Erde wird aufbereitet, indem du sie mit frischer Erde oder Kompost mischst und einige Wochen ruhen lässt. Am Ende kommen beide auf den Kompost oder in die Grüngutsammlung der Gemeinde.
Was du je nach verfügbarer Zeit wählst
- Erster Anbau, Abwesenheiten von 2–3 Tagen: Erde, am besten vorgedüngt.
- Tägliche Präsenz und Lust, pH und EC zu kontrollieren: Kokos im Topf, von Hand gegossen.
- Anbau mit automatischer Bewässerung: Kokos oder Kokos-Perlit mit Tropfsystem ohne Rücklauf, auf halbem Weg zur Hydrokultur.
- Vorliebe für organische Düngung: Erde, weil organische Flüssigdünger mit dem Bodenleben besser wirken.
Häufige Fragen
Ist Kokos für Anfänger geeignet?
Ja, wenn du die Pflanzen täglich kontrollieren und bei jeder Bewässerung den pH-Wert messen kannst. Wer oft weg ist oder den grössten Spielraum für Fehler will, beginnt besser mit Erde.
Düngt man in Kokos immer?
Ja: Kokos enthält kaum Nährstoffe, deshalb gibst du bei jeder Bewässerung Nährlösung, bei Sämlingen und Stecklingen in tieferer Dosis. Reines Wasser nur zum Spülen, wenn der EC des Drainagewassers zu hoch ist.
Braucht es Cal-Mag bei Kokos?
Fast immer, weil Kokos Calcium und Magnesium bindet. Bei sehr hartem Wasser kannst du die Dosis senken; miss den EC des Ausgangswassers, um zu entscheiden.
Kann man Kokos und Erde mischen?
Ja: Mit 20–30 % Kokos wird Erde luftiger und bleibt einfach zu führen. Bei mehr als der Hälfte Kokos führst du die Mischung wie reines Kokos.
Erden, Kokos und Perlit findest du in der Kollektion Substrate von Gro.w.LaB.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026.